Was ist das?
Als Nabelbruch (wissenschaftlich: Umbilicalhernie) bezeichnet man eine Lücke in der muskulär-bindegewebigen Bauchwand um den Nabel, durch welche Bauchhöhleninhalt (Darm, das sogenannte „große Netz“, Magen) nach außen drängt. Diese Brüche gibt es von sehr kleinen Ausmaßen, die nur durch stechende, ziehende oder brennende Schmerzen im Bereich des Nabels auffallen, bis hin zur Größe eines Kindskopfes.
Wie bei jeder Bruchform gibt es selbstverständlich auch hier Einklemmungen, d.h. Bauchhöhleninhalt fällt durch das Loch vor und kann nicht mehr zurück in den Bauchraum.
Meist handelt es sich zwar „nur“ um ein Stückchen des so genannten großen Netzes (einer Bindegewebs-Fett-Schürze, welche von der Magenwölbung wie ein Vorhang vorne über die inneren Organe hängt), es kann aber auch Dickdarm eingeklemmt werden und zu einem Darmverschluss führen.
Welche Operationsmethode ist geeignet?
Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
- das Doppeln (übereinander Nähen) der auseinander getretenen Muskelhäute ohne die Verwendung von Kunststoffnetzen mittels einer Matratzennaht (MAYO-Technik), oder
- das Einsetzen eines runden „Flickens“ aus Polypropylen-Netz und einer Teflonfolie, der von innen gegen das Loch gelegt und fest vernäht wird.
Beide Methoden werden über einen Schnitt vom Nabelrand her ausgeführt. Eine endoskopische (auch genannt „laparoskopische“) Alternative existiert nicht. Gleichwohl werden viele Nabelbrüche bei der endoskopischen Leistenbruchoperation zum Abschluss des Eingriffes „mitversorgt“:
Das Endoskop wird durch den Nabel eingeführt und mit dem Wundverschluss kann eine Matratzennaht ausgeführt werden.
Die „Standardmethode“ ist dabei momentan sicher die Matratzennaht mit Doppelung der aufgerissenen Muskelhäute (Faszien), aber wegen der sehr guten Ergebnisse in Bezug auf die sehr geringe Rate an neuerlichen Brüchen, setzen wir auch vermehrt die Technik mit dem Netzflicken ein. Leider legen die meisten Operateure, trotz oft guter Technik der eigentlichen Bruchversorgung, unverhältnismäßig große Schnitte im Halbkreis um den Nabel an, die weit über denselben hinaus reichen. Dies ist definitiv in den allerwenigsten Fällen nötig: bei fast allen unseren Patienten liegt die feine Narbe so innerhalb der Nabelgrube, dass sie nicht sichtbar ist.
Wie wird die richtige Operationsmethode ausgewählt?
Mit Hilfe des von uns entwickelten Fragebogens, den Sie hier finden und ausfüllen können, sind wir in der Lage bereits eine sehr präzise individuelle Aussage zu treffen.
Sie erhalten innerhalb von 48 Stunden eine ausführliche Therapieempfehlung von uns, die auch Angaben zum Ablauf einer möglichen Behandlung von der Untersuchung und Beratung bis zur Abschlussuntersuchung, sowie zum zu erwartenden Ausfall in Arbeit und Sport enthält.
Letzte Gewissheit über die geeignete Behandlungsmethode ergibt aber immer die gründliche Untersuchung durch den erfahrenen Chirurgen bei uns.
Wie schnell kann wieder gearbeitet und Sport getrieben werden?
Bei unseren Verfahren: meist nach 3 Tagen
Wie häufig treten neuerlich Nabelbrüche auf, so genannte „Rezidive“?
Das hängt sehr stark von der Größe und Vorgeschichte des Bruches und der Konstitution und Lebensweise der Patienten ab:
- ein dicker Patient mit bereits einer oder gar mehreren Nabelbruchoperationen in der Vorgeschichte, wird mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit (ca. 30 % binnen 5 Jahren) wieder an einem solchen Bruch erkranken.
- ein schlanker Patient ohne einschlägige Vorgeschichte hat ein Risiko von unter 5 % - so lange er schlank bleibt
- eine junge Frau ebenso – allerdings erhöht bei ihr eine Schwangerschaft das Risiko eines neuen Nabelbruches wiederum beträchtlich